Geschichten aus Paris und der Rue Poncelet – Dezember 8/18

Chers Amis de la Rue Poncelet, liebe Gäste,

Ich hasse Werbung. Mindestens einmal in der Woche liegt unserer französischen Tageszeitung in Straßburg ein Reklameheft von einem Möbelhaus aus dem benachbarten Schwarzwald bei, voll von aggressiven Rabattangeboten. Normalerweise wandert dieser Lappen direkt in die Tonne. Heute habe ich ausnahmsweise die Seiten gezählt. Es sind zwanzig…eine echte Zumutung! Dabei philosophierte ich vor mich hin und dachte: wenn ich so eine penetrante Werbung für die Pariser Rue Poncelet machen würde, hätte ich damit Erfolg? Oder hätten Sie sich aus Protest von meinem Rundschreiben abgemeldet?

Sie bekamen in diesem Jahr keine 50 sondern nur 8 Briefe von mir! Zuviel? Zuwenig? Es gibt Gäste, die fragen, wann denn das 2. Buch mit „Geschichten aus Paris“ erscheint. Es wird wohl noch ein Weilchen dauern…

Erinnern Sie sich an Rodolphe? Ihm hatte ich in meinem ersten Buch (fast) ein ganzes Kapitel gewidmet. Er gehört in Paris zu meinem Dream Team, er kann einfach Alles (reparieren). Rodolphe und seine Freundin waren am Wochenende vor Weihnachten in Straßburg. „Wir gehen Glühwein trinken“, hatte ich ihm versprochen, und zeigte ihm den Strassburger Weihnachtsmarkt.

Wir kamen auch an den Gedenkstätten nach dem Terroranschlag in der Rue des Orfêvres (der Goldschmiedergasse, gleich neben dem Münster) vorbei. Es war fast kein Durchkommen dort, Menschen standen andächtig vor einem Meer von Kerzen, Blumen und Botschaften, dazu spielte ein Obdachloser auf seiner Geige.  Wir bekamen Gänsehaut und die wunderbaren Weihnachtsdekorationen hatten irgendwie ihren Charme verloren.

Wir spazierten weiter. Ich hatte Rodolphes Freundin untergehakt, und sie erzählte mir, dass sie verantwortlich für den berühmten Pariser Jazzclub „Le Petit Journal“ am Boulevard St Michel sei! Grossartig! C’est ça le relationnel, die guten Beziehungen, die das Leben so viel angenehmer machen. Wir werden natürlich den Club testen und dann verspreche ich Ihnen mehr Infos dazu, falls auch Sie Jazzfans sind.

Weihnachten ist nun vorbei, für mich war es genauso (schön), wie ich es mir vorgestellt hatte, das Neue Jahr werden wir etwas ruhiger angehen. Wo? Na, in Paris natürlich, wie jedes Jahr! Same procedure as every year…

Alles Gute für 2019, bleiben Sie gesund und halten Sie die Augen auf, damit Ihnen von den schönen Dingen des Lebens nichts entgeht.  

Ihre Wiebke Ecklé

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