Geschichten aus Paris 2/20 – Froehliche Ostern

Chers Amis de la Rue Poncelet, liebe Gäste,

In welchem Bundesland Sie auch leben mögen, der Corona Shut-Down hat Sie sicher auch mehr oder minder betroffen, so braucht das beigefügte Bild kaum eine Erklärung. Sie verzeihen mir, es ist kein Bild von Paris im Frühling, nein, es ist ein ganz persönliches Bild, von unserem 3 jährigen Enkel vor der verschlossenen Gartenpforte, damit der einzuhaltende Abstand gewahrt wird. Momentan ist dies unser traditionelles Rendezvous mit der Familie. Tagtäglich steht das Leiterchen vor der Gartenpforte, meist bestückt mit Haribo und Konsorten. Hoffentlich für den kleinen Mann eine positive, lustige Erinnerung an die – für uns alle schon – 4 Wochen dauernde Ausgangssperre.

Natürlich können auch wir unser Haus verlassen, vorausgesetzt, wir haben Ausweispapiere dabei sowie ein Dokument, das wir im Internet herunterladen und ausdrucken, mit Namen, Adresse und der genauen Uhrzeit, zu der wir das Haus verlassen. Auf dem Dokument gibt es eine Auswahl von sieben triftigen Gründen, die man je nach Bedarf ankreuzt, z. B.: „activité physique“, also Spazierengehen, Walken oder Joggen. Eine Stunde täglich im Umkreis von einem Kilometer ist erlaubt.

 Vorgestern kam ich vom Joggen zurück und lief durch die rue Jean-Jacques Henner, und das erinnerte mich natürlich sofort an Paris. Der gebürtige Elsässer war ein sehr bekannter Maler aus dem 19 Jahrhundert, der die zweite Hälfte seines Lebens in Paris verbrachte. Ihm und seinen Werken ist das Henner Museum / Musée Jean-Jacques Henner in der avenue de Villiers (N° 43) gewidmet, ein kürzlich renoviertes Herrenhaus, das ich Ihnen ans Herz lege. Es ist nur 10 Minuten zu Fuß entfernt von der Rue Poncelet.

Wer schon Gast bei mir war, erinnert sich vielleicht an das Bild in meiner Wohnung, „L’Alsace – elle attend“ die Elsässerin in Tracht mit dem melancholischen Blick. Es ist Henners‘ bekanntestes Werk und das einzige Objekt in der Wohnung, dass an meine Wahlheimat, das Elsass, erinnert. Ich freue mich schon auf Paris, wenn die Corona Krise ausgestanden ist, denn „elle attend“/ sie wartet in der Rue Poncelet auf mich.

Fröhliche Ostern, seien Sie herzlichst gegrüßt,

Ihre Wiebke Ecklé

 

 

 

 

 

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