Geschichten aus Paris 4/20 – Vorfreude

Abstandsmarkierung Kaffeehaus rue Poncelet
Die schönste Abstandsmarkierung gesehen im Kaffeehaus rue Poncelet in Paris!

Am Sonntag kam unser Sohn zum Brunch zu uns. Natürlich erzählte ich, dass ich ganz bald nach Paris fahre und wie sehr ich mich auf die Tage freue. Ich war völlig überrascht, als er sagte: „Super, ich würde auch gerade jetzt wahnsinnig gerne nach Paris fahren. Die Hälfte aller Pariser ist im Urlaub, Touristen aus Fernost und Übersee müssen zu Hause bleiben. Deshalb ist Paris ein echter Geheimtipp“. Diese Reaktion hatte ich nicht erwartet, eher eine etwas Blasierte, denn er ist ja eh alle 14 Tage geschäftlich in Paris… Die Vorfreude steigt also.

Ich hadere noch mit mir, weil es so viele Dinge gibt, die ich unternehmen möchte.

Mona Lisa im Louvre besuchen? Jetzt wäre die Gelegenheit dazu. Psst, ich habe sie noch nie in meinem Leben gesehen.

Paris Plage / Strandbad Paris an der Seine? (Place de l’Hôtel de Ville) Sport, Musik, Kunst und Strandatmosphäre auf 2 Kilometern. Im Liegestuhl unterm Sonnenschirm an der Seine faulenzen, das wäre doch mal eine Hausnummer (zumindest für Alle, die mich kennen).

Die Retrospektive von Christo im Centre Georges Pompidou reizt mich auch. (Der Verpackungskünstler hatte vor Jahren den Reichstag verhüllt).  Paris hat jetzt die Verkleidung des Arc de Triomphes auf 2021 vertagt, also schon mal zur Einstimmung.

Ach ja, auf meinem Zettel steht noch „Giverny“. Hier lebte der Maler Claude Monet, der gleichzeitig ein begnadeter Gärtner war. Haus und Gärten kann man besichtigen. Wer kennt nicht die japanische Brücke über dem Teich voller Seerosen! – Millionenfach abgelichtet, wahrscheinlich dann auch von mir! 53 Minuten mit dem Vorstadtzug, das sollte in einem Tag machbar sein.

Und da man sich ja sonst nichts Gutes gönnt, vielleicht ein Mittagstisch im „Jardin des Plumes“ in Giverny beim Sternekoch David Galienne?

Ich sehe es kommen: Vieles werde ich gar nicht schaffen, oder mein Programm in letzter Minute umkrempeln. Vielleicht das Leben einfach genießen, c’est ça, la joie de vivre.  Auf einer Terrasse irgendwo mitten in Paris (mit Abstandseinhaltung und Maske natürlich).

Ich fahre gerne Fahrrad, nur in Paris ist das gewöhnungsbedürftig. Es gibt zwar inzwischen Unmengen von Fahrrädern, und inzwischen sogar die dazugehörigen Fahrradwege!!! Metro und Busse sind mir allerdings sicherer, sie fahren im Minutentakt und sind jetzt im Sommer wirklich nicht voll.

Das Schöne an der Rue Poncelet ist, dass sie a) nicht „Ballermann“ heißt und b) ich mich mit den Schätzen vom Markt in eine fast bakterien- und virenfreie Wohnung zurückziehen kann!!!

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