Geschichten aus Paris 5/20 – Frohe Weihnachten

 

Heute bekam ich vom Amt für elsässisch folgenden Weihnachtsgruss: „Glücklichi Wihnàchte ùn e güeter Rùtsch“. Glückliche Weihnachten? In der jetzigen Zeit? Aber sicher! Gerade jetzt ist „schöne Weihnachten“ angesagt, mehr noch als in anderen Jahren, gerade jetzt! Unsere Kultur und unsere Traditionen rund um das Weihnachtsfest  lassen uns in diesen Tagen enger zusammenrücken. Deshalb, wünsche ich Ihnen „schöne Weihnachten“ –  glücklichi Wihnàchte – Joyeux Noël! gerade jetzt!

Die Wohnung in der Rue Poncelet macht derzeit einen Schönheitsschlaf damit sie im Frühling wieder fit ist. Nachbar Michel passt auf und gießt jeden Dienstag! die kleine grüne Pflanze. Michel ist momentan der einzige Bewohner in der 4. Etage, denn Lucie, meine Nachbarin links von mir, steckt in London fest, ihre Eltern in Marokko. Im Treppenhaus wird gemunkelt, dass der Aufzug nun endlich eingebaut werden soll. Das wäre doch mal eine richtig positive Nachricht! Unten auf dem Markt der Rue Poncelet hat sich nicht viel verändert. Die Marktstände locken mit den Auslagen und die maskierten Pariser trösten sich mit all den leckeren Sachen, denn die Restaurants sind noch bis zum 10. Januar geschlossen. Olivia, meine gute Fee, wartet inzwischen sehnsüchtig auf meinen nächsten Besuch.

Ich war einige Male in Paris, vielleicht nicht ganz so oft wie in den vergangenen Jahren. Sicher sind die Erinnerungen daran deshalb besonders stark. Nach dem ersten – für uns sehr strengem Lockdown – war ich einen ganzen Tag lang in Versailles. Welch Privileg! Kein Anstehen, kein Geschiebe, nur Einheimische, kaum Touristen. Mittagessen unter Sonnenschirmen am großen Kanal, ein Meisterwerk von Le Nôtre für Ludwig XIV. Stundenlang bummelte ich durch die Parkanlagen, sonnte mich in meinem Glück. Das Schloss besichtigte ich am späten Nachmittag.  Den Spiegelsaal hatte ich fast für mich allein. Leider gibt es kein Foto davon, die Batterie vom Handy war platt…

Nach Giverny zu Claude Monet fährt man bequem mit dem Zug bis Vernon, für mich ging es dort weiter per Fahrrad entlang der Seine. Ein Erlebnis! Der Garten von Monet war zwar bezaubernd und absolut sehenswert, nur hatten sich alle Franzosen hier das Wort gegeben, es war auch ohne die Chinesen recht voll. Natürlich gab es schon Maskenpflicht und Wegbeschränkungen.  Im Restaurant „Jardin des Plumes“ beim Starkoch David Galienne ging es viel gesitteter zu.

Natürlich habe ich mir die Ausstellung von Christo im Centre Pompidou nicht entgehen lassen. Ob die Stadt tatsächlich ihm zu Ehren 2021 den Arc de Triomphe einpacken wird? Das würde ich mir auf jeden Fall anschauen!

Und was erwartet uns 2021? Keiner hat es besser formuliert als der Schriftsteller und Journalist Erich Kästner „Wird’s besser? Wird’s schlimmer? Fragt man alljährlich. Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich!“

Ich wünsche Ihnen das 2021 (noch) besser wird! Und sollte Sie das Fernweh locken, dann auf nach Paris!

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